Die Herstellung von Schwarzem Tee erklärt

Herstellung Schwarzer TeeWer braucht ihn nicht auch? Den Koffein Kick am Morgen oder für zwischen durch, wenn man mal einen Tiefpunkt hat. Doch was tun, wenn man keinen Kaffee trinkt? Eine sehr gute Alternative ist ein frischer schwarzer Tee. 

Doch was ist eigentlich ein schwarzer Tee, wo wird er angebaut, wie funktioniert die Herstellung und wie bereite ich ihn richtig zu?

Schwarzer Tee gilt in Deutschland als eine der beliebtesten Teesorten. Die Ostfriesen sind mit rund 300 Litern pro Kopf die Meister im Teetrinken. Ihre Lieblings Teesorten besteht aus bis zu 20 verschiedene Schwarztee Sorten. Aber auch die Engländer mit ihrer „Tea Time“ wurden weltweit mit ihrer Lieblings Teesorte bekannt. Am liebsten genießen sie ihren Schwarztee mit etwas Gebäck.

Die Gesichte von Schwarztee

Schwarzer Tee oder auch Schwarztee genannt, hat seinen Ursprung in China. Wie dieser nach Europa kam? Lange Zeit wurde nur grüner Tee in Europa getrunken. Wenige Überlieferungen besagen, dass der Schwarztee durch einen Fehler in der Herstellung vom grünen Tee entstand. Seinen Siegeszug startete er im 19. Jahrhundert. Dazu gestaltet sich der Transport wesentlich einfacher als beim grünen Tee und auch vom Geschmack waren die Europäer begeistert. Die Holländer waren eine der ersten, die ihn aus China importierten. Auch die Briten fanden daran schnell Begeisterung und stiegen in den Handel ein. 

Bis 1840 wurde der schwarze Tee hauptsächlich in China angebaut und von dort importiert. In dieser Zeit herrschte der Opiumkrieg und so kam es oft zu Konflikten. Um deshalb unabhängig zu werden, begannen die Briten ihre eigenen Plantagen anzubauen. Nach gelungenen Testanpflanzungen in Indien, errichteten die Briten Teeplantagen in vielen britischen Kolonien, wie in Sri Lanka, Afrika und Indien.

Die Anbaugebiete und Sorten des Schwarztees

Zu den bekanntesten Anbaugebieten gehört Assam in Indien. Dazu zählen auch Sri Lanka und die afrikanischen Länder, in denen hauptsächlich schwarzer Tee angebaut und hergestellt wird. Wohingegen sich China, obwohl der schwarze Tee damals von dort nach Deutschland beziehungsweise Europa importiert wurde, nur noch ausschließlich auf die Herstellung von grünem Tee spezialisiert hat. Eine Ausnahme hier ist Oolong Tee!

Tee-Erntehelfer

Die größten Produzenten, die die Teepflanze anbauen sind Darjeeling, Ceylon, Nepal und Nilgiri. Assam ist außerdem das größte Anbaugebiet für Schwarzen Tee. Einige der Darjeelings erreichen eine hochpreisige Qualität und werden deshalb fast nur pur getrunken. Durch dieses feine und milde Aroma benötigt man für diese Teesorte keine Milch und die meisten verfeinern dann nur noch mit etwas Zucker oder Zitrone.

 

Die Herstellung von schwarzen Tee 

Die Herstellung von schwarzem Tee lässt sich in sechs Schritte aufteilen. 

1. Die Ernte 

Für das Pflücken der Teepflanze gilt eine bestimmte Regel: „ two leaves and a bud “. Das bedeutet, dass nur die Blattknospen mit den zwei oberen Blättern des Blatttriebs geerntet werden. Dies ist die orthodoxe Methode der Ernte des Schwarztees. Die angebauten Teepflanzen werden ausschließlich mit der Hand geerntet, da diese filigrane Arbeit nicht von Maschinen geleistet werden kann. Jedoch werden für Massenproduktionen, wie zum Bespiel für Mischungen, Teebeutel oder günstigere Tee – Qualitäten große Erntemaschinen eingesetzt.

2. Das Welken 

Nach dem Pflücken werden auf Welkgestellen die Blätter ausgebreitet und mit Ventilatoren belüftet. Dort lässt man sie 10 bis 20 Stunden liegen. Nach dem Prozess des Welkens verringert sich der Wasseranteil von 73 – 80 % auf 60-65 %. Dies ist sehr wichtig für die spätere Qualität des Tees.

3. Das Rollen 

Das Rollen der Teeblätter und Blattknospen passiert im Anschluss an das Welken. Das Aufbrechen der Blattzellen sorgt bei den Teeblättern dafür, dass der Zellsaft austritt. Der ausgetretene Zellsaft und die Gerbstoffe sind besonders entscheidend für das Aroma und die Farbe des Schwarztees.

4. Fermentieren/Oxidieren 

Ein chemischer Reaktionsprozess, auch Fermentieren oder Fermentation genannt, entsteht beim Rollen und Welken der Teeblätter und Blattknospen, dort wird der Höhepunkt das Oxidieren erreicht. Dieser Prozess dauert zwei bis fünf Stunden und ist verantwortlich für das typische Aroma des schwarzen Tees. 

5. Das Trocknen 

Für 20 bis 25 Minuten kommen die oxidierten Teeblätter in den Heißlufttrockner. Dort herrschen Temperaturen um die 95 Grad Celsius. Das reduziert den Feuchtigkeitsgehalt der Teeblätter und stoppt den Oxidationsprozess auf drei bis vier Prozent, somit werden die Teeblätter getrocknet und es enstehen Gerbstoffe. Der Schwarztee wird damit haltbar gemacht und erhält so durch den Zellsaft, der an den Teeblättern trocknet, seine charakteristische dunkle Farbe.

6. Das Sortieren 

Im letzten Schritt sortiert man den getrockneten Tee. Größere und kleinere Teeblätter werden von einem mechanischen Sieb getrennt. Dadurch entstehen die verschiedenen Gradierungen des Tees. Dann kann man die verschiedenen Blattqualitäten vom ganzem Blatt unterscheiden.

 

Die Zubereitung Zuhause 

Die Art der Zubereitung des Schwarztees entscheidet sowohl über die Wirkung als auch über den Geschmack. Für eine Tasse wird etwa ein gehäufter Teelöffel loser schwarzer Tee empfohlen. Das Wasser sollte zum Kochen gebracht werden und vor dem Überbrühen etwa 30 Sekunden stehen gelassen werden. So das die Temperatur auf circa 95 Grad Celsius sinkt. Möchte man einen eher milden Geschmack, lässt man den Tee für 3 Minuten ziehen. Mag man jedoch ein etwas kräftigeres Aroma, sollte man ihn 5 Minuten ziehen lassen. Jedoch sollte man die 5 Minuten nicht überschreiten, da der Schwarz Tee dazu neigt, dann bitter zu werden. Wenn man weitere Tassen des Tees genießen möchte, muss man immer wieder frische Teeblätter benutzen. 

Darüber hinaus sollte man aber natürlich immer die Zubereitung der jeweiligen Hersteller auf der Verpackung beachten! 

 

Das Koffein im schwarzen Tee 

Eine Tasse Tee enthält etwa dreimal weniger Koffein wie eine Tasse Kaffee. Die Tasse des schwarzen Tees, enthält je nach Sorte 50 mg wobei eine Tasse Kaffee einen Koffeingehalt von circa 130 mg hat. Also hat Kaffee einen deutlich höheren Anteil von Koffein, jedoch hat im Gegensatz das Koffein im Tee eine ganz andere Wirkung durch die Gerbstoffe als im Kaffee. Durch die Gerbstoffe die im Tee enthalten sind, beginnt das Koffein zwar erst später zu wirken, jedoch hält es auch deutlich länger durch die Gerbstoffe an. Deshalb sollte man den Genuss von Schwarztee, vor allem Nachmittags oder zur Abendstunde nicht unterschätzen.