Nitro Cold Brew – Fakten und die Zubereitung

Der gute, alte Cold Brew Kaffee sollte aus meinem letzten Post eigentlich bereits bekannt sein, aber wusstest du schon, dass es eine schneller zubereitete Alternative gibt? “Natürlich” ist hier von Nitro Cold Brew (NCB) die Rede, einer relativ neuen Kaffeespezialität! Diese Art kalten Kaffees wird nicht in der French Press oder dem Dripster (eine weitere Kaffeespezialität, über die ich bei Gelegenheit schreiben werde), sondern im Sahnesiphon bekanntem Gerät zubereitet.

Zubereitungsart siphon

Vorzüge von Nitro Cold Brew

Im Gegensatz zu regulärem Cold Brew ist die Mindestdauer der Zubereitung für Nitro um ein Vielfaches kürzer, außerdem ist er im Kaffeereich NOCH nicht so weit verbreitet wie seine Geschwister. Abhängig davon, auf welche Quellen man sich verlässt, kann ein Nitro bis zu mehreren Tagen im Siphon (aus als Sahnespender oder Espuma bekannt) ziehen.

Meiner Erfahrung nach reicht schon ein Zeitraum von ein bis zwei Stunden, um ein passables Endergebnis zu erzielen.

Wie bereits erwähnt ist für die Dauer nicht direkt eine Obergrenze gesetzt, ab einem bestimmten Punkt nimmt der Geschmack des Kaffees jedoch etwas seltsame Nuancen an. Dieser Umstand kann leider stark vom cremigen Mundgefühl ablenken, ist also nicht unbedingt zu empfehlen. Koffeinmäßig bewegt sich der Nitro Cold Brew im Bereich zwischen regulärem Kaffee (40 mg / 100 ml) und Cold Brew aus der Kanne (75 mg / 100 ml), 100 ml Nitro haben nämlich etwa 60 mg Koffein. Zum Thema Koffein – schon gewusst? Koffein kann das Risiko von Typ 2 Diabetes reduzieren und sogar eure athletischen Fähigkeiten verbessern!

Über den Geschmack

Abgesehen davon, dass die Zubereitung recht originell ist, bringt sie auch andere Vorteile. Den Koffeingehalt hatte ich ja bereits angesprochen, aber auch was Säuregehalt, Bitterstoffe und Geschmack angeht, hat der Nitro Brew die Nase vorn. Ab einer Zubereitungstemperatur von 90 °C beginnt die Extraktion von Säure aus dem Kaffeemehl. Die kalte Zubereitung minimiert also die Säureextraktion, was den Kaffee um einiges magenverträglicher macht. Ebenfalls ein großer Vorteil dieser Zubereitungsart ist, dass (durch den Stickstoff) ein cremiges, perliges Mundgefühl entsteht – speziell der perlige Aspekt ist im Kaffeereich recht selten. Jedenfalls was konventionelle Brews betrifft, Cocktails sind ein anderes Thema.

Am wichtigsten jedoch ist der Geschmack – und der ist hervorragend. Nitros sind von Haus aus um einiges süßer, fruchtiger und aromatischer als regulärer Cold Brew. Im Reich der Kaffeespezialitäten gehört für mich der Nitro allein durch diese Umstände zur absoluten Elite. Auch hier gilt wieder (wie bei regulärem kalten Kaffee) – an heißen Tagen ist ein Nitro mit einer Kugel Eis oder mit Eiswürfeln, Milch und Zucker annähernd unschlagbar. Nitro ist also quasi das perfekte Sommergetränk! Aber genug des langatmigen Vorworts mit diversen Hintergrundinformationen und (hoffentlich) interessanten Tidbits. Kommen wir zur eigentlichen Zubereitung.

kaffeebohnen

Das Kaffeemehl und Wasser

Hier bevorzuge ich einen mittleren bis groben Mahlgrad, aber auch feiner Mahlgrad kann funktionieren. Um möglichst viel “Sprudel” im Nitro Brew zu haben lege ich hier allen den gröberen Grad näher, wenn es nur um den Geschmack geht, den feineren. Der Hintergrund dieser Aussage ist der Vorgang des Filterns am Schluss. Die Menge an benötigtem Kaffee ist schnell rausgefunden: Mit meiner Methode stelle ich eine Art Konzentrat her. Daher rechne ich mit zwei Teilen Wasser auf einen Teil Kaffee.

Mein Sahnespender hat ein Fassungsvermögen von 250 ml Flüssigkeit, also passt das recht gut. Bitte achte darauf deinen Siphon nicht zu überfüllen. Bestenfalls geht nichts schief, aber schlimmstenfalls könntest du dich oder andere verletzen. Da der Sahnesiphon durch den Stickstoff unter Druck steht könnte hier schnell etwas schief gehen! Wenn du die benötigte Menge an Kaffee vorbereitet hast, kannst du diese in den Behälter deines Siphons geben und mit der passenden Menge Wasser auffüllen. Hast du das geschafft, kannst du den Sahnespender einfach zuschrauben.

Under Pressure (Ice Ice Baby)

Der nächste Schritt wäre, den Kaffee unter Druck zu setzen. Nach meinen Test funktioniert es auch den Kaffee nach seinem aktuellen Beziehungsstand und Enkelkindern zu fragen oder die aktuelle Lage auf dem Jobmarkt anzusprechen. Die zum Sahnesiphon passenden Stickstoffkapseln sind allerdings effizienter. Wie genau du den Druck im Siphon aufbaust, schaust du bitte in der zum Spender gehörenden Anleitung nach. Wenn das geschafft ist, kommt der einfachste Teil – das Warten.

The Waiting Game

Um den Nitro zur Vollkommenheit gedeihen zu lassen ist es absolut zu empfehlen den Siphon (unter Druck) für mindestens eine Stunde im Kühlschrank ziehen lässt – noch besser wären aber zwei Stunden Minimum. Bis zu 36 Stunden sind für mich das Maximum, ab da geht es für mich geschmacklich leider ein wenig abwärts. Dauer und Geschmack sind letztendlich aber von deinem Setup und deinem Kaffee abhängig. Die kalten Temperaturen im Kühlschrank minimieren die Extraktion von Bitterstoffen, was für ein besseres Geschmackserlebnis im Kaffeegetränk sorgt. Die Lagerung bei Zimmertemperatur ist bei ein bis zwei Stunden aber ebenfalls kein Problem.

Der Guss

Wenn die gewünschte Wartezeit erreicht ist, musst du als Erstes den Druck aus dem Siphon ablassen. Entweder versicherst du dem Kaffee, dass du, unabhängig seiner Entscheidungen, immer an seiner Seite sein wirst, oder du wickelst ein Handtuch um die Düse des Spenders und lässt den Druck in kurzen Stößen mittels des Knopfes (oder Hebels) ab. Hier musst du aufpassen, der Nitro Brew hat die Tendenz während des Ablassens vom Stickstoff zu sprudeln, deswegen ist der Trick mit dem Handtuch wirklich zu empfehlen.

Meine Küche hat noch immer einen Fleck an der Wand vom ersten Versuch.

Wenn der Druck komplett entfernt ist, kannst du dein Konzentrat filtern. Hast du dich Anfangs für einen groben Mahlgrad entschieden, reicht hier ein feines Sieb um das meiste vom Kaffeesatz zu trennen. Hast du ein feines Kaffeemehl genutzt solltest du zum Filtern einen Handfilter mit Filterpapier verwenden. Dieser Vorgang kann relativ lange dauern, also wundere dich nicht! Eine Alternative zum Handfilter wäre, dass du eine Kaffeemaschine für Filterkaffee benutzt oder die French Press (sofern vorhanden) als Filter einsetzt.

kaffee

Der Genuss

Ist das Filtern vollbracht, kannst du dich ans fertige Kaffeegetränk wagen. Bevorzugst du deinen Kaffee schwarz, dann reicht es wenn du dein Konzentrat eins zu eins mit (kaltem!) Wasser verdünnst. Möchtest du deinen Kaffee beispielsweise mit Milch veredeln, so kannst du ihn entweder ebenfalls verdünnen, oder (so bevorzuge ich ihn) aber das Wasser einfach durch Milch ersetzen. Du solltest hier dringend erst mit kleineren Mengen testen um herauszufinden was dir am besten schmeckt.

Zum super Sommergetränk wird der Iced Nitro mit einer Kugel Eis (am besten Vanille oder Schokolade), etwas Milch und Zucker und einem warmen Tag (optional).