Cold Brew Kaffee in der French Press zubereiten

Cold Brew aus der French Press gehört zu meinen Lieblingsgetränken bei warmem Wetter und um dieses Glück mit anderen zu teilen gebe ich euch hier eine kleine Anleitung, wie er auf Anhieb super gelingt.

Der grobe Vorgang

Ganz schnell zusammengefasst wird Cold Brew hergestellt, indem man grob gemahlenes Kaffeepulver über einen längeren Zeitraum in kaltem Wasser ziehen lässt. Als Gefäß bietet sich die French Press an, da sie einen eingebauten Filter hat, aber an sich funktioniert dieser Vorgang auch in einer normalen Kanne oder einer Flasche, sofern du einen Filter, bestenfalls einen Handfilter zur (heh) Hand hast. Natürlich gibt es auch hier ein paar Feinheiten, aber auf die gehe ich hier gleich noch näher ein.

Mahlgrad & Menge

Cold Brew - die Vorteile zusammengefasst​

Die lange Zieh-Zeit bei dieser Zubereitungsart hilft dabei mehr Geschmack auf dem Kaffee zu entziehen, dabei aber weniger bitter zu schmecken, außerdem macht ihn das um einiges magenfreundlicher und verträglicher. Interessanterweise hat Cold Brew an sich nur etwas mehr Koffein wie regulär zubereiteter Kaffee, nämlich rund 75 mg per 100 ml. Wer also eine weniger koffeinhaltige Alternative sucht, ist “nur” mit Cold Brew noch nicht am Ende. Das Gute ist aber, dass der Koffeingehalt vom gewählten Kaffee abhängt. Die Dauer der Zubereitung ist für mich ebenfalls ein Vorteil: Am Abend zuvor einfach eine Kanne “anwerfen” und am nächsten Tag genießen. Der Arbeitsaufwand ist hier minimal. Aber: Einfach an warmen Tagen ein Glas einzuschenken ist einfach unschlagbar.

Coldbrew mit Beilage

Die Zubereitung im Detail

Um Cold Brew zuzubereiten, benötigst du natürlich als allererstes Kaffee. Auch hier gilt, je frischer gemahlen, desto besser. Was den Mahlgrad betrifft, so ist der vom Geschmack abhängig (Für Mahlgrad und Geschmack siehe hier). Die Faustregel ist, je feiner das Mehl, umso intensiver das Aroma. Für den ersten selbst gemachten kalten Kaffee empfehle ich einen recht groben Mahlgrad, sie das Foto über der Überschrift. Natürlich funktioniert auch der bereits gemahlene Kaffee aus dem Supermarkt-Regal ohne Probleme.

Was die Kaffeebohnen betrifft: Ich persönlich bevorzuge für meinen French Brew eher eine dunklere Röstung, um aus meinem Kaffee das Maximum rauszuholen. Das Rezept im nächsten Absatz beschert euch mit einem absolut passablem Getränk, aber da ist natürlich immer die Möglichkeit der Verbesserung vorhanden. Zurück zum Thema! Ich sage „Maximum“ nicht leichtfertig. Ein kräftigeres Kaffeepulver resultiert in einem kräftigeren Brew, der auch durch Eiswürfel oder Milch nicht zu sehr an Aroma verliert, also quasi zu einem Konzentrat wird. Natürlich lässt sich das auch durch einen feineren Mahlgrad kompensieren, aber das Manko dabei hatte ich ja bereits erwähnt. Der Handfilter kann hier zwar abhilfe schaffen, aber dann ist’s ja kein French Brew mehr. Eine Alternative wäre es, vom Brew Eiswürfel herzustellen, die das fertige Getränk dann nicht mehr verwässern, setzt allerdings auch zusätzliche Geduld voraus, da nicht nur auf den Brew, sondern auch das Eis gewartet werden muss.

Um deinen Cold Brew in der French Press zuzubereiten, rechnest du mit 10 Gramm Kaffee pro 100 ml Wasser. Meine Press ist für sechs Tassen Kaffee gedacht, das entspricht 750 ml (eine Tasse = 125 ml), also benötige ich 75 g Mehl. Das Mehl wird mit dem Wasser in der French Press verrührt und muss danach für mindestens acht Stunden ziehen.

Die Ziehzeit richtet sich nach deinem persönlichen Geschmack – die Mindestzeit beträgt wie gesagt rund acht Stunden, üblicher sind 12 bis 24 Stunden, aber auch längere Zeiten sind möglich, hier ist Ausprobieren gefragt.

Nachdem der Kaffee entsprechend deinen Plänen lange genug gezogen hat, kannst du das Sieb der Stempelkanne runterdrücken und deinen Cold Brew auf einer Art deiner Wahl genießen.

Meine Vorschläge zum Cold Brew trinken

Kalter Kaffee lässt sich auf viele Arten genießen, ich persönlich bevorzuge ihn klassisch mit Milch und Zucker, wahlweise mit Vanilleeis, aber auch exotischere Varianten, so etwa mit Orangenschale und -saft. Für die unter euch, die gerne mal einen Cocktail trinken, hier ein kleiner Tipp extra für euch: Drei Teile Cold Brew, ein Teil Gin, etwas Orangenschale und ein paar Eiswürfel, eine Erfrischung an heißen Tagen!